Wirkungsgrad

Wie erreichen wir Wirkungsgrade von über 90db/W/m ohne exorbitant große Treiber oder Hörner?

Ideale Schallquellen strahlen Schall i.d.R. kugelförmig ab. Die meisten mechanischen Musikinstrumente zählen dazu.

Lautsprecher strahlen Schall gerichtet ab. Aber nicht nur das, die Bündelung des Schalls nimmt mit höherer Frequenz zu.
Damit verstärkt sich auch der Schall auf Achse (direkt vor dem Lautsprecher, also unter 0°) bei höherer Frequenz, er wird auf den Hörplatz quasi "verdichtet".
Umgekehrt verringert sich der Schall bei sinkender Frequenz, da er zunehmend breiter in den Raum abgestrahlt und damit praktisch "verdünnt" wird.

Die Folge zeigt die erste Darstellung. Dieser Schalldruckabfall ist abhängig von der Schallwandbreite und wird Bafflestep genannt. Ein solchermaßen unkorrigierter Frequenzgang ergibt ein mittenbetontes, substanzarmes Klangbild, da der Bass- und Grundtonbereich zu leise ist.



Die meisten Hersteller begegnen diesem Problem dadurch, dass Sie den zu lauten Mittel-/Hochtonbereich auf das Niveau des Grundtons absenken (Abbildung 2).

Dazu sind Sie gezwungen, weil Sie überwiegend auf Bassreflexkonstruktionen setzen. Denn mit diesen lässt sich zwar eine Erweiterung und/oder eine Anhebung des Bass- nicht aber des Grundtonbereichs erzielen. Dieser ist somit der leiseste Bereich der Box - und gibt das Wirkungsgradniveau vor! Dies erklärt, warum die meisten Hersteller - unabhängig von Chassisanzahl, -größe und Volumina - um 85 db/W/m "herumdümpeln".

Was machen wir anders? Wir setzen auf das Prinzip Transmissionline. Diese unterstützt das Chassis wesentlich breitbandiger, nämlich bis in den Grundton hinein. Dadurch erreichen wir auch im Grundton das Wirkungsgradniveau des Mittelhochtons und müssen keine Absenkung vornehmen (Abbildung 3).

Mehr noch: Da wir zusätzlich auf Breitbänder setzen, müssen wir überhaupt keine Bauteile einsetzen, was die Detailauflösung bei geringen Lautstärken deutlich steigert. Auch die Durchzeichnung von Bassstrukturen ist enorm, da kein Bauteil zwischen Verstärker und Anschlussklemmen (außer der Verkabelung) den Dämpfungsfaktor beeinträchtigt.
Dies erhöht den subjektiven Wirkungsgrad nochmals (wir empfinden eine Musik dann als laut, wen wir alle Details inkl. Bass ohne Einschränkungen wahrnehmen können).

Aber Vorsicht: Um diese Vorteile genießen zu können, muss Ihr Verstärker mitspielen. Das bedeutet nicht zwingend, dass es ein Röhrenverstärker sein muss.
Zunächst sollte er mit straff aufgehängten Chassis (hohe Rückstellkräfte) klarkommen. Er sollte es mit der elektrischen Kontrolle nicht übertreiben! Eine Ausnahme bildet lediglich der Einsatz in sehr großen Räumen (mehr als das Doppelte der emfohlenen Minimalraumgröße). Also lieber einen "musikalischen" als "technisch" optimierten Verstärker.

Zweitens sollte er eine niedrige Ansprechschwelle haben, also bereits bei geringen abgerufenen Leistungen unter 10 Watt sein volles Klangpotential entfalten. Hier schlägt die Stunde der Röhren, denn dieses haben, genau wie kleine Transisorverstärker (z.B. Tripath`s) bei geringen Leistungsbedarfen i.d.R. klangliche Vorteile.